06.07.2015

5-Jahre SAPV im Saarland – Einsatz für ein selbstbestimmtes Sterben

Pressebericht - Saarbrücken, 6.07.2015

Saarbrücken.
Seit nun mehr fünf Jahren werden überall im Saarland schwerstkranke und sterbende Menschen, Erwachsene und Kinder, deren Versorgung medizinisch, pflegerisch und psychosozial höchst aufwendig ist, zu Hause bis zum ihrem Tod betreut. Dies ist - so betonten ausnahmslos alle Redner anlässlich der Feier zum 5-jährigen Bestehen der SAPV im Saarland am vergangenen Freitag, den 3.07.2015 – bundesweit einzigartig. In keinem anderen Bundesland ist die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung – kurz SAPV – so gut aufgestellt wie im Saarland. Drei Teams für Erwachsene und ein spezielles Team für die Versorgung von Kindern fahren in jeden Winkel des Saarlandes um Betroffenen die bestmögliche Lebensqualität in dieser letzten Lebensphase zu erhalten und Angehörige zu unterstützen.
Im Saarland wurde die SAPV, die seit April 2007 gesetzlich verankert ist, sehr gut vorbereitet durch den IV-Vertrag zur optimierten Palliativversorgung, der bereits im Jahr 2006 umgesetzt wurde, so erläutert Axel Mittelbach vom Verband der Ersatzkassen (Vdek) in seinem Grußwort. Schon damals habe man versucht gemeinsam mit den Krankenkassen die häusliche Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen zu verbessern. Die Erfahrungen im Rahmen der IV-Versorgung ermöglichten für das Saarland einen einheitlichen Vertrag mit allen Krankenkassen und dies sei ein großer Vorteil gegenüber anderen Bundesländern, resümiert Paul Herrlein, Leiter des St. Jakobus Hospizes und Vorstandsvorsitzender der LAG Hospiz Saarland e.V.
Von ihren Erfahrungen in der SAPV berichteten kurzweilig Dr. Ute König, pädiatrische Palliativmedizinerin im SAPV-Team Kinder, Mechthild Winter, Sozialarbeiterin im SAPV des St. Jakobus Hospizes, Dr. Heinrich Habig, Palliativmediziner im SAPV-Team Saarschleife und Beate Jochum, Stellvertretende Pflegedienstleiterin im SAPV-Team Marienhaus. Geschickt stellte Peter Springborn vom Sozialverband VdK Saarland die Fragen an die Experten. Dabei wurde deutlich, dass die Multiprofessionalität der Teams eine große Herausforderung aber auch ein enormer Gewinn der Arbeit ist. Allen gemeinsam sind die Wünsche, dass das Angebot der SAPV noch bekannter werden möge, dass Patienten früher in die Versorgung kommen und dass mehr Ärzte sich für eine Tätigkeit in der SAPV bereit finden.
Sanitäsrat Dr. Eckart Rolshoven fasste stellvertretend für die Kassenärztliche Vereinigung des Saarland die Sicht auf die SAPV aus der Perspektive der Hausärzte zusammen. Auf der einen Seite sei da stets das Bedauern einen Patienten, der in die SAPV-Versorgung übergeben werde ein Stück weit zu „verlieren“. Dem gegenüber stünden allerdings die Möglichkeiten der zuwendungsbetonten und in dieser Lebensphase u.U. notwendigen SAPV-Versorgung, die in dieser Form vom Hausarzt nicht geboten werden könne. Als letzter Redner regte Dechant Benedikt Welter vom Dekanat Saarbrücken mutig dazu an die Festlegung des Begriffs vom selbstbestimmten Sterben, der durch den Begriff der aktiven Sterbehilfe besetzt sei, zu hinterfragen. Er skizzierte vor diesem Hintergrund das Modellprojekt des Bistums Trier, das in der Saarbrücker SAPV auslotet, wie Seelsorge in der SAPV etabliert werden kann.
Die rund 180 Teilnehmer erfreuten sich bei heißen Außentemperaturen eines angenehmen Klimas in den modernen Räumen der Ärztekammer in der Faktoreistraße und an einer intensiven und würdigen Feier der SAPV im Saarland.
Für weitere Informationen zur SAPV im Saarland stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung